Rammstein in der Maimarkthalle in Mannheim am 08.Februar 2010

Es ist eigentlich eine Schande, dass ich als eingefleischter Konzert-u. Eventbesucher, der die meiste Zeit der Sommerwochenenden auf irgendwelchen Zeltplätzen verbringt, diesen genialen Teil deutscher Musikgeschichte noch nie live erleben durfte …. aber nun war es endlich soweit!!!

Zu Weihnachten im vergangenen Jahr bekam ich eine Konzertkarte geschenkt (Danke Stephi an der Stelle) und diese galt es am gestrigen Montagabend einzusetzen. Rammstein fast direkt vor der Haustür … das muss doch ein Hammer werden.

Den ganzen Tag in der Firma schon aufgedreht wie ein Schweizer Uhrwerk und voller Vorfreude starteten wir gegen 17 Uhr die kurze Reise in Richtung Maimarkthalle und wir erkannten schon bei der Ankunft „Das wird voll und wir werden uns den Arsch beim Warten vor der Halle abfrieren!“

Einlass war ziemlich pünktlich um 18 Uhr und im Gänsemarsch ging es mit weiteren knappen 12.000 Fans in Richtung Schleuse, wo doch tatsächlich jeder Einzelne Besucher auf die Richtigkeit seiner Karte untersucht wurde.

Die Tickets waren mit Namen versehen, um den vorherigen Handel untereinander und/oder im Netz etwas einzudämmen und somit musste man beim Betreten der Einlaßschleusen auch noch seinen Perso zusätzlich zum Ticket vorzeigen. Das ging eigentlich flotter als ich dachte, trotzdem waren wir ziemlich durchgefroren, als wir endlich in der noch ziemlich leeren Halle ankamen.

Umso mehr freute es mich, einen alten Bekannten dort wieder zu treffen, den ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen habe (Matthias, Gruß an der Stelle).

So, nun aber anstellen zum Bier holen, was sich auch zu einem Staatsakt entwickelte, denn trotz der massig vorhandenen Bierpilze, wartete ich doch fast eine Viertelstunde für ein Bier und eine Cola.

Getränkepreise? Eigentlich human, das Bier kostete 3,- und die Cola 2,50. Das Pfand von 2,- pro Becher erschien mir ebenfalls gerechtfertigt, denn schließlich hatte man hier bei den Bechern die Auswahl zwischen 4 verschiedenen Rammstein-Motiven.

Ok, Auswahl ist wohl etwas falsch ausgedrückt, denn man bekam grad die Becher, die fertig gezapft waren und so passierte es, dass ich erstmal 2 gleiche bekam, einen aber im Laufe des weiteren Abends tauschen konnte.

Somit hatte ich 2 verschiedene Becher, den einen den ich allerdings wollte (Tourbecher mit allen Daten etc.) bekam ich nie.. nun ja, Schicksal.

Es wurde Zeit für die Vorband!
Combichrist – wie soll ich die beschreiben? Eine Art Gothic-Electrometal-Irgendwas … keine Ahnung, auf jeden Fall sehr gewöhnungsbedürftig, aber nicht halb so schlecht, wie meine ersten Eindrücke, die ich vorher im Internet sammelte, vermuten ließen.

Combichrist begleiten Rammstein auf ihrer kompletten Tour und sie heizten den Konzertbesuchern schon mächtig ein und die gebotene Show war nicht von schlechten Eltern.
Das gespielte Set dauerte ca. eine Stunde, danach gingen die Lichter wieder an und man hatte jetzt nochmal etwas Zeit um sich auf das bevorstehende Spektakel vorzubereiten.

Das Licht geht aus, die nun prall gefüllte Halle gleicht einem Hexenkessel.
Die ersten Klänge des „Rammliedes“ erklingen und durch die schwarze Bühnenverkleidung brechen Lichtstrahlen, durch die die Band auf die Bühne kommt. Gänsehaut pur, Alter was ein Feeling!

Ich zittere am ganzen Leib, Glücksgefühle pur, unbeschreiblich.

Es folgte „B****“, ein Song bei dem sich die Geister scheiden was er zu bedeuten vermag.

Danach der Song, auf den ich mich im Vorfeld am meisten freute: „Waidmanns Heil“!!!
Das Jagdhorn schallt durch die Mannheimer Institution, die Flammen peitschen über die Bühne, die Masse ist nicht mehr zu halten … leck´ mich doch am Arsch, sowas habe ich noch nie erlebt.

Es folgte „Keine Lust“ und „Weißes Fleisch“, zwei alte Songs, die durch die Halle fegten wie ein Orkan.

Was und nun bevorstand hätte ich mir nicht zu träumen gewagt.
Sicher hat man „Feuer frei“ schon in Videos oder auf Livealben gehört und gesehen, aber den Song live zu erleben verschlägt jedem die Sprache … so viel steht fest.

Weiter ging es mit „Wiener Blut“, „Frühling in Paris“, „Ich tu Dir weh“ und „Liebe ist für alle da“.

Ich bin mittlerweile etwas weiter nach hinten gerückt, da man in der Hallenmitte keine Chance hatte etwas zu sehen, geschweige denn Fotos zu machen.

Es war an der Zeit Klassiker wie „Benzin“, „Links 2-3-4“ und „Du hast“ zu erleben, bevor „Pussy“ das geplante Set beendete.

Konzertende? Nein, sicher nicht .. nach ohrenbetäubenden Zugaberufen erscheinen die 6 Mannen unter tosendem Applaus wieder auf der riesigen Bühne und es ging die „Sonne“ auf.

Als nächstes stand die Freundschaftsbekundung der Band an sich selbst an, welche sie mit „Haifisch“ perfekt an das Mannheimer Publikum weitergaben.

Den Abschluss der Zugabe bildete „Ich will“ und ich wollte auch … ein Bier :-)

Ich ging an einen der inzwischen doch recht freien Bierstände (Hoffnung auf meinen Tourbecher im Kopf^^) und tat etwas gegen meinen Durst.

Die Band war mittlerweile von der Bühne unten, einige gingen bereits, aber wurde da nicht etwas vergessen? Mir zumindest war sehr wohl bewusst, dass ein Song noch fehlte um den Abend komplett zu machen und da war er:

Das Pfeifen einer wohl bekannten Melodie brachte die Halle fast zum Einsturz.. richtig, es war Zeit für „Engel

Mit diesem Kultsong, dessen Bühnenshow mich fast in Ohnmacht fallen ließ und einer knapp gehaltenen Schlußrede, die geschätzte 10 Worte umfasste, verabschiedete sich die Band vom Mannheimer Publikum.

Das Licht ging an, die Massen strömten Richtung Ausgang, aber jetzt kam eine großartige Idee von Jenny*g*: Den Merchstand aufsuchen!!

BITTE WAS? Man halte sich vor Augen wie sich knappe 12.000 Menschen, die gerade das wohl geilste Konzert ihres Lebens erlebten, zur Tür begaben und wir sollten jetzt QUER!!! durch diesen Pulk?

Ok, Attacke – hat ja keinen Sinn.

Am Merchstand angekommen wurde ein Festivalshirt und ein Schal käuflich erworben und wir machten uns in der nächtlichen Kälte Richtung Parkplatz, auf dem sich die abfahrenden Besucher stauten.

Mit Geduld und einem noch kurz eingelegten Zwischenstopp zur Beseitigung des Blasendrucks erreichte ich mein Heimatdomizil und beendete somit einen der wohl spektakulärsten Konzertabende, den ich in meinem Leben bisher erleben durfte!

Da wir uns nicht sicher waren, ob Digitalkameras etc. in der Halle erlaubt waren (natürlich waren sie es, aber wir hatten aus dem Grund keine dabei), mussten wir leider alle Fotos des Abends mit den Handys machen.

Nicht die sonst bekannte AgF-Qualität, aber dennoch sehenswert und ich denke, sie vermitteln Euch einen kleinen Einblick in unser Erlebnis.

Fotos (meine sind besser*gg*) gibt es HIER

Videos (Jennys sind besser*gg*) gibt es HIER und HIER

… und den Bericht habt Ihr gerade gelesen :-)

Hier nochmal die Setlist in tabelarischer Form:

Rammlied
B******
Waidmanns Heil
Keine Lust
Weißes Fleisch
Feuer Frei
Wiener Blut
Frühling in Paris
Ich tu mir weh (geänderte Version, da indiziert)
Liebe ist für alle da
Benzin
Links 234
Du hast
Pussy
————-
Sonne
Haifisch
Ich will
————
Engel

Ich bedanke mich für Euer Interesse und verbleibe mit einem Gruß
Sascha für das AgF-Radio